sam-dogs Newsletter 02-16

Sam-dogs Newsletter 02-16

Autor: Peter Keller

Liebe Trailerinnen, Liebe Trailer,

Der vorliegende Newsletter bringt – wie es der Name verspricht – eine ganze Reihe von interessanten Neuigkeiten. Angefangen bei personeller Bereicherung in der Person von Michel Ebnöther, seines Zeichens erfahrener Rettungshundeführer der Alpinen Rettung Schweiz, über neue spannende Angebote, wie Lawinenkurse, neues Mantrailingseminar in Glarus, Trailferien im Südschwarzwald und Engadin, bis hin zu Einblicke in meine Forschungsarbeit über Individualgeruch bei Leichen. Viel Spass bei der Lektüre!

Inhalt:

  1. Michel Ebnöther: neuer sam-dogs Instruktor
  2. Lawinenhundeschnupperkurs
  3. Geländesuchhunde
  4. Seminar für Einsteiger bis mittleres Leistungsniveau im Kanton Glarus
  5. Trailferien
  6. Forschungsarbeit: wie lange ist der Individualgeruch einer Leiche für die Hundenase wahrnehmbar?

 

  1. Michel Ebnöther

Ich habe das Vergnügen Michel seit vielen Jahren als ausserordentlichen Menschen und Hundeführer zu kennen und ich freue mich sehr, dass er das sam-dogs –Team ab 1. Januar 2017 verstärken und ergänzen wird. Als einsatzfähiges Team der Alpinen Rettung Schweiz mit seinem Hund Hunter im Bereich Lawinenhunde und Gelände-/Flächensuchhunde wird er das sam-dogs Angebot als hoch kompetenter Instruktor in diesen Sparten erweitern und bereichern. Das sam-dogs Team wünscht ihm einen guten und erfolgreichen Start. Mehr über Michel siehe unsere HP. http://www.sam-dogs.ch/wir/

 

  1. Lawinenhundeschnupperkurs

Am Sonntag, 22. Januar 2017 findet im Raum Mittelbünden der erste Lawinenhundeschnupperkurs mit Michel statt. Ein spannender, interessanter Tag wartet auf unsere Hunde und HundeführerInnen. Für Details darf ich auf unsere HP verweisen. http://www.sam-dogs.ch/events/schnupperkurs-lawinensuchhunde-instruktor-michel-ebnoether-raum-mittelbuenden-je-nach-wetterschneelage/

Anmeldungen werden ab sofort über unsere Homepage oder info@sam-dogs.ch entgegen genommen.

 

  1. Geländesuchhunde

Unter der kompetenten Leitung von Michel Ebnöther werden neu auch Seminare in der Sparte Geländesuchhunde durchgeführt. Unsere Homepage gibt ab Januar 2017 detailliert Auskunft. Gerne beraten wir euch auch telefonisch über 079 217 79 01.

 

  1. Seminar für Einsteiger bis mittleres Leistungsniveau im Kanton Glarus

Am 22./23. April 2017 findet erstmals im Kanton Glarus ein Mantrailingseminar für Einsteiger bis mittleres Leistungsniveau unter der Leitung von Monika und Peter statt. Wir freuen uns auf neue spannende Begegnungen und interessante Trailorte im schönen Glarnerland. Details siehe unsere HP. http://www.sam-dogs.ch/events/einsteiger-bis-mittleres-leistungsniveau-instruktoren-peter-keller-raum-glarus/

 

  1. Trailferien

Auf Wunsch vieler Trailerinnen und Trailer führt sam-dogs im 2017 erstmals Trailferien durch. Im Frühjahr trailen wir durch die beschaulichen und gemütlichen Orte und wunderbaren Wälder des Südschwarzwaldes (Raum St. Blasien). http://www.sam-dogs.ch/events/trailferien-instruktoren-peter-keller-und-monika-keller-raum-suedschwarzwald-d/

Im Herbst verbringen wir goldene Tage im Engadin. Nebst dem fokussierten Arbeiten sollen natürlich die Erholung und der Genuss nicht zu kurz kommen. Unvergessliche Tage und die Lust nach mehr sollen in der Erinnerung haften bleiben. Als „Reiseleiter“ werden euch Monika und Peter begleiten. Details siehe unsere HP. http://www.sam-dogs.ch/events/trailferien-instruktoren-peter-keller-und-monika-keller-raum-engadin-ch/

 

  1. Forschungsarbeit: wie lange ist der Individualgeruch einer Leiche für die Hundenase wahrnehmbar?

Am Ende eines Trails kann die gesuchte Person tot sein. Leider sehr unerfreulich und traurig, aber Realität für alle im Ernsteinsatz stehenden Trailer. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich, z.B. Krankheit (plötzlicher Herztod), Unfall (z.B. Sturz), Suizid oder gar Fremdverschulden (Tötungsdelikt) um nur einige Möglichkeiten aufzulisten. Da das Trailen die Verfolgung/Suche nach dem Individualgeruch der gesuchten Person durch die Hundenase ist, wird schnell klar, warum die Fragestellung nach der zeitlichen Wahrnehmbarkeit, resp. Zersetzung/Abbau des Individualgeruches entscheidend über Erfolg, resp. Misserfolg sein kann. Kann der Hund in der finalen Phase seiner Sucharbeit keinen zur gesuchten Person zugehörigen Geruch mehr wahrnehmen, kann es zu unterschiedlichen Reaktionen in der Körpersprache des Hundes kommen. So kann der Hund ein Negativende anzeigen, da der Trail für ihn endet, weil kein Individualgeruch mehr verfolgbar ist, er kann aber auch Meideverhalten zeigen, das für den /die HundeführerIn in dieser Situation schwer realisierbar ist, weil man dieses Signal von seinem Hund nicht kennt, oder gar das erste Mal wahrnimmt, was wiederum zu Schwierigkeiten in der Interpretation der Körpersprache/Lesbarkeit des Hundes führt, etc., etc.. Ich darf an dieser Stelle für weitere Details auf mein Buch „Mantrailing – Personenspürhunde Individualgeruch, Offizin Verlag, ISBN 978-3-906276-38-0 (S. 108 ff), verweisen.

Zurück zur Frage: wie lange bleibt nun der Individualgeruch einer Leiche für die Hundenase wahrnehmbar? Bei Eintritt des Todes laufen verschiedene Prozesse stadienhaft, sich teilweise überlappend, ab. Das erste Stadium ist die Autolyse, die Selbstauflösung der Gewebe durch körpereigene Enzyme – ein abakterieller Vorgang – gefolgt vom Fäulnisprozess, gekennzeichnet durch Besiedelung von Mikroorganismen. Des weiteren Verwesung, Mumifizierung und schlussendlich Skelettierung. All diese Vorgänge sind abhängig von Dauer der Sterbephase des Leichnams, Körpertemperatur bei Eintritt des Todes, Körpergewicht, Umgebungstemperatur, Luftfeuchte, Sauerstoffgehalt, Bodenbeschaffenheit (sofern der Leichnam Bodenkontakt hat) und der Art/Zusammensetzung der mikrobiellen Besiedelung. Die Liste ist nicht abschliessend, dokumentiert aber ohne Zweifel die Komplexität der Geruchsentstehung und Geruchsentwicklung.

Erkenntnisse aus früheren Arbeiten sind uneinheitlich und nicht abschliessend beurteilbar. Man geht von der Wahrnehmbarkeit von 12 – 24 Stunden aus. Dies kann durchaus zutreffen bei eher ungünstigen Bedingungen. Wir haben gesehen, mit wie vielen Variablen wir es zu tun haben. Aufgrund erster Daten scheint die Wahrnehmbarkeit im Schnitt eher länger zu sein (36 – 48 Stunden), im günstigen Fall vermutlich noch (weitaus) länger. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist natürlich die Ausbildung, resp. Erfahrenheit des Hundes und seines/seiner HundeführerIn. Je erfahrener der Hund, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der sich im Abbau befindliche Individualgeruch erkennbar bleibt, umso mehr bei Hunden, die gewohnt sind ein unvollständiges Geruchsbild korrekt zuzuordnen.  

Die vorliegenden Zeilen sind als erste Zwischenanalyse zu verstehen und sind folglich nicht abschliessend. Weitere doppelblind randomisierte Studien und Versuchsanordnungen werden folgen.

Mit diesen Zeilen wollte ich euch einen kleinen Einblick in ein wichtiges Thema geben, dass nicht ausschliesslich für Mantrailer von Bedeutung ist, sondern für alle im Einsatz stehenden Personensuchhunde.

 

Peter Keller

Dezember 2016

 


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